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Potsdam Climate Exchange (PCX)

Die Potsdam Climate Exchange (PCX) ist eine Onlinemarkt-Plattform, an der Wertpapiere auf physische, regulative und unternehmensrelevante Klimarisiken mit virtuellem bzw. fiktivem Geld gehandelt werden können. Die PCX, welche vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) betrieben wird, ist dabei Teil des Projektes "Mainstreaming von Klimarisiken und -chancen im Finanzsektor". Der offizielle Start der PCX ist für 2008 vorgesehen. Seit Anfang Dezember 2007 sind bereits intern mehrere Testmärkte in Betrieb.

Die PCX unterteilt sich in zwei Marktformen. Einerseits wird sie einen Massenmarkt betreiben, auf den weltweit am Thema des Klimawandels interessierte Menschen via Internet teilnehmen können. Andererseits wird die PCX noch einen Expertenmarkt beherbergen, auf dem lediglich Experten zu den verschiedenen Themen (Natur- und Wirtschaftswissenschaftler, Praktiker aus der Finanzwirtschaft und anderen Industrien, NGOs und Akteure aus der Politik) teilnehmen dürfen.

Märkte, welche Sie möglicherweise ab 2008 auf der PCX finden können, wären bspw.: 

  • Märkte zu  physischen Klimarisiken
    • Anzahl der Hurricane 2008/20 im Atlantik
    • Meeresspiegelanstieg bis 2020/50
    • Mittlere globale Erwärmung wird bis 2050 mehr als 2°C betragen
  • Märkte zu regulativen Klimarisiken
    • Die USA, Indien und/ oder China unterzeichnen den Kyoto-Nachfolgevertrag
    • Ein globales Emissionshandelssystem nimmt bis spätestens 2009/20 seine Arbeit auf
  • Märkte zu unternehmensrelevanten Klimarisiken
    • Eine EU-weite Steuer auf Flugbenzin bis 2008/09
    • Gesetzliche Beschränkungen des CO2-Ausstoßes von PKWs bis 2008/20
    • Der CO2-Preis 2020
An der PCX werden Sie Märkte mit kurzer (bis zu 2 Jahre), mittlerer (> 2 bis zu 12 Jahren) und langer Laufzeit (>12 Jahre) finden können. Auf den öffentlich zugänglichen Massenmärkten wird nur an den kurzfristigen Märkten der Handel mit realem Geld gestattet sein. Die Mittel- und Langfristmärkte werden dahingegen ausschließlich mit virtuellem Geld laufen.

Da die PCX von einer öffentlichen Forschungseinrichtung betrieben wird, ist sie nicht monetär ausgerichtet sondern  zielt auf den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn ab. Alle Märkte mit realem Geld sind daher Nullsummenspiele. Das gesamte Geld, was die Teilnehmer in die Märkte investieren, wird am Ende wieder ausgezahlt - die Gewinne, welche ein Teil der Händler erzielen, entsprechen genau den Verlusten weniger erfolgreicher Händler, deren Einschätzungen über zukünftige Ereignisse nicht eingetreten sind. Die Verwaltung und die technische Instandhaltung der PCX werden durch Projektmittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Am Expertenmarkt ist bei Märkten mit kurzer und mittlerer Laufzeit der Einsatz von realem Geld geplant. Dahingegen werden Märkte mit langer Laufzeit nur mit virtuellem Geld durchgeführt. In Abstimmung mit der Industrie, dem Finanzsektor, NGOs und der Politik wird entschieden werden, welche Fragestellung im Zusammenhang mit dem Klimawandel von besonderem Interesse sind, um sie an der PCX zu handeln. 

Weiterhin sollen auf der PCX Märkte mit sehr kurzer Laufzeit (1- 2 Wochen) zu mittel- bis langfristigen Fragestellungen abgehalten werden. Diese Art von Märkten wird die ebenfalls in diesem Projekt durchgeführten Experteninterviews und Fokusgruppen ergänzen.

In wenigen Wochen werden Sie hier weitere Information und einen Link zur Potsdam Stock Exchange (PCX) erhalten.
 
Wie funktioniert ein Onlinemarkt?

Onlinemärkte sind Handelsplattformen für Wertpapiere, deren Auszahlung von der Ausprägung eines Ereignisses abhängt.

Um dies zu veranschaulichen soll das Konzept des Onlinemarktes am Beispiel der Anzahl an Hurricanen 2008 im Atlantik näher erläutert werden.

In einem solchen Hurricane-Markt ist es möglich, Wertpapiere auf  unterschiedliche Hurricanehäufigkeiten zu kaufen bzw. zu verkaufen. So könnten Wertpapiere existieren, die nur bei 0, 1 - 2, 3 - 4,..., 17 - 18 bzw. bei mehr als 18 Hurricanen Auszahlungen aufweisen.

Wenn es beispielsweise 2008 insgesamt vier Hurricane im Atlantik geben sollte, dann würden alle Wertpapiere "3-4 Hurricane" am Ende des Marktes (hier nach der Hurricanesaison 2008) jeweils 1,- € auszahlen. Die restlichen Wertpapiere,  die eine andere Anzahl an Wertpapieren vorhergesagt haben, werden dagegen nichts auszahlen.

Falls Sie ein Wertpapier "3-4 Hurricane" für 0,11 € am Markt gekauft haben sollten, dann würden Sie somit einen Gewinn von 1,- € - 0,11 € = 0,89 € erzielen. Wenn dagegen die tatsächliche Anzahl an Hurricanen weder drei noch vier ist, dann wird das Wertpapier "3-4 Hurricane" nichts auszahlen. Damit entspräche Ihr Verlust genau den investierten 0,11 €.

Aus wissenschaftlicher Perspektive sind die Marktpreise, die die Händler bereit sind für die einzelnen Wertpapiere zu zahlen, interessant, da sie die Einschätzungen der Marktteilnehmer über die Anzahl der Hurricanes 2008 wider spiegeln. Der Vorteil den Onlinemärkte besitzen, ist, dass sich die Marktmeinung durch die Interaktion der verschieden Marktteilnehmer, welche zumeist unterschiedliche Informationsquellen haben, herausbildet. Gemäß der ökonomischen Theorie (Hayek Hypothese) erzeugen Ergebnisse von Onlinemärkten bei einer geeigneten, breiten Händlerbasis einen hohen Informationsgewinn.

Kontakt: pcx@pik-potsdam.de
 

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letzte Änderung: 7.12.07